HOLD YOUR GROUND
Ein Gespräch über das Schaffen und Halten von (Frei)Räumen für Künstler*innen.
- Begegnung und Austausch
München leuchtet nicht wegen frisch sanierter Fassaden. München leuchtet, weil Künstler*innen hier arbeiten und leben. Zwischen Immobilienspekulationen, steigenden Mieten und angespannter Haushaltslage ist es für Großstädte zunehmend schwierig Freiräume für künstlerische und kulturelle Akteure zu halten und aktiv zu gestalten.
Die Paneldiskussion Hold your Ground fragt nach den Grundlagen für die Kunst in der Stadt: nach Arbeits- und Produktionsräumen, aber auch danach, wie man sich das Leben in München als Künstler*in überhaupt leisten kann. Wie lassen sich Bedingungen schaffen, die künstlerisches Arbeiten auch in Zukunft ermöglichen? Wie können Künstler*innen gestärkt werden? Und welchen Raum wollen wir der Kunst in dieser Stadt geben?
Räume für Kunst sind unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen, vielfältigen Stadtgesellschaft, die es zu verteidigen und neu zu denken gilt.
Mit: Raphaela Bardutzky, Anna Bründl, Jürgen Enninger, Sinem Gökser
Moderation: Jonas Leifert
INFORMATIONEN
Spielort
schwere reiter Studio
Dachauer Str. 114
80636 München
Sprache
Barrierefreiheit
-
kostenlos / Eintritt frei
Alle Termine
Biografien
Raphaela Bardutzky ist eine Autorin und Dramaturgin aus München. Ihre Stücke wurden u.a. am Burgtheater Wien, am Schauspiel Graz, am Theater Heidelberg, am Landestheater Linz und am Schauspiel Leipzig inszeniert. Ihr Drama Fischer Fritz wurde u.a. mit dem Publikumspreis für Neue Dramatik an den Münchner Kammerspielen ausgezeichnet und war 2022 Gewinnerstück bei den Autor:innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin. Für den Theatertext Das Licht der Welt erhielt sie 2023 den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur. Das Stück Altbau in zentraler Lage. Eine Schaueroper war nominiert für den Mühlheimer Dramatikpreis 2025. Ab Spielzeit 2025/26 ist Raphaela Bardutzky Hausautorin am Staatstheater Nürnberg. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen kuratiert sie außerdem die Lesereihe LIX, die vier Mal im Jahr im HochX stattfindet.
Anna Bründl hat Theaterwissenschaft, Romanistik und Geschichte in Berlin und München studiert. Sie arbeitete im Bereich Produktion und Hospitality für Internationale Festivals, wie SPIELART und DANCE in München, war von 2010 bis 2018 Künstlerische Mitarbeiterin in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und leitete dort das streetculture und springhouse Festival. Von 2019 bis 2021 war sie Dramaturgin und Projektleiterin der neuen Theaterallianz vier.ruhr in Mülheim an der Ruhr, gefolgt von einer Anstellung beim NRW Kultursekretariat als Dramaturgin für das Impulse Theater Festival 2023/24. Dort war sie insbesondere für die STADTPROJEKTE verantwortlich. Aktuell leitet sie als Geschäftsführerin und Programmkuratorin das Depot Köln, eine Spielstätte der Bühnen Köln für die Freie Szene und das Schauspiel Köln.
Jürgen Enninger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Städte Räume, Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen für künstlerische und kreativwirtschaftliche Arbeit schaffen und dauerhaft sichern können. Seit August 2026 leitet er im Kulturreferat der Landeshauptstadt München den Betrieb der Jutierhalle im Kreativquartier. Zuvor war er Referent für Kultur, Welterbe und Sport in Augsburg sowie Leiter des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft in München. Seine beruflichen und akademischen Stationen führten ihn unter anderem nach Kanada, in die Niederlande und nach Hongkong. Diese internationale Perspektive prägt seinen Blick auf urbane Kulturpolitik und die Frage, was Städte bei der Entwicklung und Sicherung bezahlbarer Produktions-, Probe- und Freiräume voneinander lernen können. In seiner Arbeit verbindet er Kulturpolitik, Stadtentwicklung, Verwaltung und die Perspektiven der freien Szene. Sein besonderes Interesse gilt Modellen, die nicht nur Flächen zur Verfügung stellen, sondern künstlerische Arbeit tatsächlich ermöglichen. Sein kulturpolitischer Ausgangspunkt lautet: Kultur ist Infrastruktur.
Sinem Gökser studierte Geschichte und Kultur des Nahen und Mittleren Ostens, Turkologie, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der LMU München. Über zehn Jahre verantwortete sie die Theater- und Literaturleitung der Pasinger Fabrik und gestaltete ein vielseitiges Programm sowie Festivals wie „Good News from Iran“, „Türkiye Reloaded“ und „Von Isartürken und Bosporusmünchnern“. Zum Abschluss initiierte sie die Themenwoche „Ist das Demokratie oder kann das weg?“. 2023 koordinierte sie für MAKKABI Deutschland die Eröffnungsfeierlichkeiten der 1. MAKKABI WinterGames in Ruhpolding – in enger Abstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und dem Israelischen Generalkonsulat Südbayern. Seit Juni 2024 ist sie Verbundstelle der Münchner Kunsthochschulen (HFF, HMTM, AdBK) in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding. In diesem Pilotprojekt baut sie die systematische Zusammenarbeit der Häuser auf, entwickelt Konzepte und koordiniert Unterstützungsstrukturen für Diversität, Gleichstellung und Inklusion. Als Teil des Kompetenzteams Vielheit setzt sie sich für Repräsentation, Kommunikation und Vernetzung kultureller Akteurinnen in München ein. Zudem ist sie Sprecherin von „München ist Kultur“ und Vorstandsmitglied der Freien Szene München.